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Atemübungen im Unterricht - Warum sie Kinder stärken

  • Nina Molnar
  • vor 4 Tagen
  • 4 Min. Lesezeit

Atemübungen im Unterricht sind eine einfache und wirkungsvolle Möglichkeit, Kinder im Schulalltag zu stärken und ihnen innere Ruhe zu schenken.

Der Atem begleitet uns ein Leben lang.Leise, verlässlich, unaufhörlich.

Und doch schenken wir ihm im Alltag kaum Aufmerksamkeit.

Gerade im Schulalltag, der oft von Tempo, Lautstärke und Anforderungen geprägt ist, bleibt wenig Raum für bewusste Pausen. Kinder wechseln von einer Aufgabe zur nächsten, von Eindrücken zu Emotionen, von Bewegung zu Konzentration – oft ohne innezuhalten.

Dabei tragen sie etwas ganz Wertvolles immer bei sich: ihren Atem.

Manchmal genügt ein einziger bewusster Atemzug, um von Anspannung zu Ruhe zu wechseln.

Ein Moment, in dem eine Klasse still wird.Kinder legen ihre Hand auf den Bauch und spüren, wie sich etwas bewegt – sanft, lebendig, beruhigend. Das ist oft der Beginn einer kleinen Reise nach innen.


Was macht den Atem so besonders?

Der Atem ist wie ein unsichtbarer Anker.Er verbindet Körper und Geist, Bewegung und Gefühl, Innen und Außen.

Er verändert sich mit allem, was wir erleben:Er wird schneller bei Aufregung, flacher bei Angst, ruhiger bei Zufriedenheit.Und genau darin liegt seine Kraft.

Wenn Kinder lernen, ihren Atem bewusst wahrzunehmen, entdecken sie etwas Entscheidendes:Sie sind ihren Gefühlen nicht hilflos ausgeliefert.

Sie haben ein Werkzeug in sich, das ihnen hilft, sich zu regulieren, zu beruhigen oder neue Energie zu sammeln.


Warum Atemübungen im Unterricht so wertvoll sind

Kinder wachsen heute in einer Welt voller Reize auf.Geräusche, Bilder, Informationen, Erwartungen – vieles prasselt gleichzeitig auf sie ein.

Sie erleben täglich intensive Gefühle: Freude, Frustration, Nervosität, Überforderung.

Doch selten lernen sie, wie sie mit diesen inneren Zuständen umgehen können.

Bewusstes Atmen wirkt hier wie ein innerer Pauseknopf.

Es schafft einen Moment des Innehaltens – mitten im Trubel.


Auch für Lehrpersonen ist der Atem ein kraftvoller Begleiter.

Denn Kinder orientieren sich stark an der inneren Haltung der Erwachsenen.

Wer selbst ruhig atmet, spricht ruhiger, bewegt sich ruhiger – und diese Ruhe überträgt sich spürbar auf die Gruppe.


Eine einfache Übung: Der Atemanker

Eine besonders schöne und kindgerechte Atemübung ist das Entdecken des eigenen Atemankers. Dabei geht es nicht darum, den Atem zu verändern – sondern ihn zu spüren.

Die Kinder bewegen sich zunächst frei im Raum: laufen, hüpfen, tanzen.Danach legen sie sich hin und kommen langsam zur Ruhe.

Nun legen sie nacheinander eine Hand:

• auf den Bauch

• auf die Brust

• vor die Nase

• vor den Mund

Sie beobachten neugierig:Wo kann ich meinen Atem am besten fühlen?

Diese Stelle wird ihr persönlicher Atemanker.

Ein Ort im Körper, an den sie jederzeit zurückkehren können.

Später kann dieser Atemanker Teil eines kleinen Rituals werden.

Zu Beginn des Unterrichts oder nach einer Pause legen alle Kinder eine Hand auf ihren Atemanker und atmen ein paar Atemzüge gemeinsam ein und aus.

Oft reichen schon 30 Sekunden – und der Raum verändert sich.Er wird ruhiger. Verbundener. Klarer.

Kind liegt entspannt auf dem Boden und spürt bewusst seinen Atem.

Den Atem spielerisch entdecken

Für viele Kinder ist der Atem am Anfang etwas Ungewohntes.Manche finden es zunächst sogar ein wenig komisch oder langweilig, sich mit etwas zu beschäftigen, das doch „einfach so passiert“. Das ist ganz normal.

Achtsamkeit im Klassenzimmer bedeutet nicht, still zu sitzen oder etwas „richtig“ zu machen. Gerade für Kinder darf der Atem lebendig, kreativ und vielseitig erlebt werden.

Entscheidend ist dabei die Umsetzung: Wird der Atem gut vorbereitet und in einen spielerischen Rahmen eingebettet, kann er Neugier wecken und Freude am Entdecken auslösen.

Der Atem lässt sich wunderbar mit Bewegung, kleinen Experimenten, mit Kunst, Musik oder auch mit Themen aus dem Sachunterricht verbinden. Er kann gemalt, gespürt, beobachtet, erforscht und beschrieben werden. Mal zeigt er sich ruhig und sanft, mal kraftvoll und lebendig – je nachdem, was die Kinder gerade tun oder fühlen.

So wird der Atem zu einer Entdeckungsreise. Kinder erforschen, wie sich ihr Atem beim Rennen verändert, wie er sich in der Stille anfühlt oder wie er sich mit Farben, Formen und Fantasie ausdrücken lässt. Dabei lernen sie ganz nebenbei, Zusammenhänge wahrzunehmen – zwischen Körper, Bewegung, Gefühl und Aufmerksamkeit.

Auf diese Weise wird der Atem nicht zu einem isolierten Thema, sondern zu einem natürlichen Begleiter im Schulalltag. Etwas, das zum Staunen einlädt und Kindern zeigt, wie viel sie über sich selbst entdecken können, wenn sie achtsam hinschauen und hinspüren. So kann das Erforschen des Atems zu einer wertvollen Reise werden – nach innen und zugleich hinaus in eine Welt, in der Lernen, Kreativität und Selbstwahrnehmung miteinander verbunden sind.

Fünf Kinder pusten gemeinsam Seifenblasen im Freien.

Was sagt die Wissenschaft dazu?

Auch wissenschaftlich ist die Wirkung bewusster Atmung gut belegt.

Bewusstes, ruhiges Atmen aktiviert den Parasympathikus – jenen Teil des Nervensystems, der für Entspannung, Regeneration und innere Balance zuständig ist.

Studien zeigen, dass regelmäßige Atemübungen:

• Stress reduzieren

• die Konzentrationsfähigkeit verbessern

• emotionale Stabilität fördern

• das Körper- und Gefühlsbewusstsein stärken

Für Kinder bedeutet das:Sie lernen früh, sich selbst zu regulieren – eine Fähigkeit, die ihnen weit über die Schulzeit hinaus hilft.


Kleine Impulse mit großer Wirkung

Atemübungen müssen nicht lange dauern.Oft sind es die kurzen Momente, die den größten Unterschied machen.

Eine Minute bewusster Atem.Ein gemeinsames Ritual.Ein stiller Übergang zwischen zwei Stunden.

Diese kleinen Inseln der Ruhe geben Kindern Halt – und schaffen einen Raum, in dem Lernen leichter wird.


Reflexionsfragen zum Abschluss

  • Wann hast du zuletzt deinen eigenen Atem bewusst gespürt?

  • Wie verändert er sich, wenn du ruhig wirst?

  • Was würde passieren, wenn du mit deiner Klasse jeden Tag nur eine Minute gemeinsam atmest?

  • Und wie könnten Atempausen den Schulalltag deiner Kinder nachhaltig verändern?


Mehr Atem im Schulalltag – Monatspaket „Atem“

Wenn du solche Übungen, Anleitungen und Impulse regelmäßig nutzen möchtest, findest du sie im Monatsabo für Lehrpersonen von Mindful Teachings.

Im Themenpaket „Atem“ begleitet dich das Abo Schritt für Schritt dabei, bewusste Atempausen und achtsame Rituale in deinen Unterricht zu integrieren:

– vier Wochen mit jeweils einer kindgerechten Atemübung pro Woche

– spielerische Atemimpulse für Bewegung, Konzentration und Übergänge

– Reflexionsfragen und Materialien zum Download

So lernen Kinder (und Lehrpersonen), ihren Atem als inneren Anker zu entdecken – für mehr Ruhe, Selbstregulation und Präsenz im Klassenzimmer.

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mindful teachings

Unser Ziel ist es Kindern auf spielerischer Art und Weise Wissen und Praktiken der Achtsamkeit zu vermitteln. 

Konkret geht es darum Kindern einen Raum zu geben, in dem das Wichtigste in ihrem Leben thematisiert wird - das eigene Selbst. 

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